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Permakultur

 

Wenn mich eine der Bewirtschaftungsmethoden in Sachen Pflanzenanbau seit langem ganz besonders fasziniert, dann ist dies definitiv die Permakultur. Sie ist definiert als Schaffung von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen in der Landwirtschaft, lässt sich aber meiner Meinung nach ebenso gut auf den Garten oder Balkon übertragen. Ziel der Permakultur sind optimale Lebensräume für alle Lebewesen, natürliche Abläufe werden dabei gestärkt und das gesamte Ökosystem wird in die Planung und Umsetzung einbezogen. 

 

Und wie genau nun soll sich eine Permakultur im kleinen Balkongarten realisieren lassen? Ich habe ein paar ganz konkrete Ideen, wie ich persönlich diese Philosophie hier auch in diesem Jahr weiter umsetzen will: 

 

 

-Biodiversität klappt auch auf wenigen Quadratmetern durch Kombination von Förder- und Nutzpflanzen. Von Letzteren habe ich hier viele, was aber Förderpflanzen angeht, auch Blumen, habe ich noch Luft nach oben. Beikräuter lasse ich ja schon gewähren, aber so richtig gezielt habe ich mich nie informiert, welche Pflanzen meine Obst- und Gemüsekulturen fördern könnten. 

 

-Je grösser die Artenvielfalt, desto produktiver sind die Pflanzen. Monokulturen lassen sich auch auf Balkonen ganz einfach vermeiden. Monokulturen sind auch in der Landwirtschaft verhängnisvoll, man denke nur an Wetterextreme, wie zu viel oder zu wenig Regen, oder das Auftreten bestimmter Pflanzenkrankheiten. Je mehr man auf Diversität achtet, umso kleiner werden die Schäden ausfallen. 

 

-Nützlinge unterstützen ist besser als chemische Schädlingsbekämpfung einsetzten. Auf dem Balkon sind das in erster Linie kleine Insekten, Schmetterlinge, Bienen sowie Hummeln und diese werden alle durch blühende Pflanzen angezogen. Da muss ich noch mehr auf ein wirklich durchgehendes Angebot an wertvollen Blühpflanzen für Nektarsammler achten. 

 

-Informationen sammeln und jahrhundertealtes Bauernwissen mit neuen Erkenntnissen verbinden. Das macht Arbeit, ist aber interessant!

 

-Permakultur hat viel mit Ethik zu tun. Achtsam sein und Verantwortung tragen, wenn dies jedem bewusst wird, dann ist Nachhaltigkeit mehr als nur ein leeres Wort. Nicht jeder kann diese Haltung nachvollziehen. Es wird immer wieder Zeitgenossen geben, die einen als spinnert einstufen oder mit den Augen rollen. Sollen sie. Ich vertrete mein Ding hier und ziehe es durch. Vielleicht regt es ja den einen oder anderen zum Mitdenken oder Mitmachen an. 

 

-Natürliche Kreisläufe fördern, wo es nur geht. In unserem Fall: die Haustiere fressen das, was wir nicht verwerten können, Blätter und Beikräuter. Die Ausscheidungen von Kaninchen und Nagetieren wiederum gleichen in ihrer Zusammensetzung dem gefragten Pferdedung und sind somit nicht weniger wertvoll. Warum also nicht den Haustierkot als Dünger der Pflanzenerde zurückgeben? Im 23igsten Jahr unserer Nagetierhaltung starte ich dieses Jahr erstmals einen entsprechenden Versuch. Ich werde darüber noch näher berichten. 

 

Fazit: Optimale Lebensräume sind schön anzusehen, liefern höhere Erträge und machen im Endeffekt erst noch weniger Arbeit! 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Topfgartenwelt (Dienstag, 19 März 2019 21:57)

    Liebe Arletta, Permakultur finde ich auch sehr interessant. Leider happert es ein bisschen bei der Umsetzung. Im Moment sind wir eher dabei den Garten soweit wieder aufzubessern, dass die Frostschäden vom letzten Jahr getilgt sind.

    LG Kathrin

  • #2

    pflanzwas (Mittwoch, 20 März 2019 00:05)

    Liebe Arletta, ich finde Permakultur auch höchst spannend, obwohl ich die Umsetzung für den Balkon etwas schwierig finde bzw. mir im Freiland noch besser vorstellen kann. Jedenfalls ist es ein tolles Konzept für ein Gleichgewicht zu sorgen, in dem sich das meiste alleine regelt. So, für heute ist es schon etwas spät! Muß ins Bett ;-) LG und danke für die tollen Beiträge!! Almuth

  • #3

    Lettifarmblog (Mittwoch, 20 März 2019 11:39)

    Liebe Kathrin! Die Sache mit den Frostschäden ist doch grad ein weiteres gutes Argument für Permakultur. Nehmen wir mal an, du hättest jetzt in deinem Garten eine Monokultur als lauter Zitronenbäumen, ja, dann hättest du infolge Frost jetzt vermutlich keine Pflanzen mehr. Klar tun einem die Frostopfer leid, aber eins/zwei pro Winter das ist kein Drama. Ich denke, der Begriff Permakultur wurde etwas aufgebauscht und erscheint den Leuten nun kompliziert, dabei beinhaltet er eigentlich das einfachste der Welt überhaupt: ein natürliches Gleichgewicht! Mit lieben Grüssen zu dir, Arletta

  • #4

    Lettifarmblog (Mittwoch, 20 März 2019 11:44)

    Liebe Almuth, das stimmt natürlich, ein Garten oder gleich eine ganze Landwirtschaft bietet vielleicht nicht mal unbedingt so viel mehr Möglichkeiten, aber sie sind ein Stück weit einfacher umzusetzen. Die Konsequenzen wiederum sind auf dem heimischen Balkon kleiner. Hat eben alles Vor- und Nachteile. Ein natürliches Gleichgewicht ist ja eigentlich die natürlichste Sache der Welt. Egal in welcher Dimension. Mit lieben Grüssen zu dir, Arletta